Imhof Akustik AG

Ingenieurbüo für Akustik

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Raumakustik in einem historischen Gebäude

Die ehemalige Klosteranlage in Rorschach wird seit 1864 als Lehrerseminar genutzt.
In einem grossen, 10-feldrigen Raum mit Kreuzgewölbe befindet sich die Mensa.
Alle Oberflächen waren schallhart ausgeführt, was zu einer sehr langen Nachhallzeit führte:
.• Mittelwert der Nachhallzeit im unbesetzten Zustand = 2.94 Sekunden (250-2kHz)
  (Messung vom 10. Juli 2001)

Da in der Mensa auch Versammlungen und Veranstaltungen mit viel Publikum stattfinden, mussten Massnahmen zur Verbesserung der Raumakustik ergriffen werden.

Als Zielwert für die angestrebte mittlere Nachhallzeit wurde ein Wert von weniger als 1 Sekunde festgelegt.

Die erforderliche raumakustische Massnahme sollten möglichst nicht in Erscheinung treten und wegen der täglichen Nutzung durch hunderte von Schülern robust sein. Nach Abwägen und Prüfung verschiedener Varianten wurde dem kantonalen Hochbauamt des Kantons St. Gallen folgender Vorschlag unterbreitet:

Belegen der Decke mit einem fugenlosen Deckensystem
gleicher Struktur wie die bisherige Oberfläche
hoher und frequenzunabhängier Schallabsorptionsgrad

Die Berechnung ergab eine drastische Reduktion der Nachhallzeit um mehr als 2 Sekunden im unbesetzten Zustand.

Bild 1: Nachhallzeit-Diagramm mit Vergleich von Messung und Berechnung

 

Bild 2: Die Arbeiten wurden während des Schulbetriebs ausgeführt. Die Mensa wurde in Sektoren unterteilt und jeder Raumabschnitt mit Plasticfolien unterteilt.

 

Bild 3: Zuerst wird die bestehende Tapete bis auf den Grundputz mit dem Spachtel abgeschabt.

 

Bild 4: Auf die gereinigte Fläche wird eine Haftbrücke aufgebracht.

 

Bild 5: Die Absorberplatten werden vollflächig auf die Decke geklebt und mit speziellen Metallklammern gesichert.

 

Bild 6: Während den Arbeiten sind die Sandsteinrippen und die Wände mit Plasticfolien abgedeckt.

Zuerst werden die Plattenstösse verspachtelt und nach dem Abtrocknen die Deckschichten mit dem Rackel aufgetragen.

 

Bild 7: Die Oberflächenstruktur wird mit einem Pinsel gezielt strukturiert.

 

Bild 8: Das Endergebnis lässt sich sehen... und hören! Die Nachhallzeit ist schon vor Abschluss der Arbeiten markant kürzer.

Fotografiert am 23. Januar 2003/ti


Die Arbeiten konnten innerhalb von 4 Wochen fertig gestellt werden.

Am 5. Februar 2003 führten wir die Messungen der Nachhallzeit im unbesetzten Zustand durch.

Bild 9: Messung der Nachhallzeit im unbesetzten Zustand

-> Mittelwert der Nachhallzeit im unbesetzten Zustand = 0.88 Sekunden (250-2kHz)

Bild 10: Frequenzabhängige Nachhallzeit vor und nach der Realisierung

Ergebnis: Die Reduktion der Nachhallzeit beträgt im mittleren Frequenzbereich (250 - 2kHz) 2.06 Sekunden.

Subjektiv wird der Raum jetzt als sehr angenehm empfunden. Gespräche sind in normaler Lautstärke möglich. Auch bei Anwesenheit von vielen Personen (zB. Studierende während der Pause) bleibt der Lärmpegel begrenzt.

Bild 11: Die Decke weist die gleiche Oberflächenstruktur auf wie zuvor.

 

Fotografiert am 5. Februar 2003/ti