42. Fiasta da cant districtuala Serselva 2003
Ende Mai/Anfangs Juni 2003 fand im Center
da sport, Mustér/Disnetis das
42. Bezirksgesangsfest Surselva statt.
Das Sportzentrum Disentis/Mustér umfasst neben einer grossen Sporthalle einen Fitnessraum, eine Kletterhalle sowie eine Tennishalle. Es war Wunsch des OK, das Gesangsfest in dieser Tennishalle durchzuführen. Ob dieser Raum für einen solchen Anlass geeignet ist und mit welchen Mitteln er zu einem temporären Konzertsaal umgebaut werden kann, sollte durch einen Akustiker abgeklärt werden.

Die Tennishalle weist zwei Spielfelder auf. Die Raumproportionen (Verhältnisse von Länge : Breite : Höhe) weichen von denen eines Konzertsaales deutlich ab! Die Decke und die Wände weisen einen mittleren Schallabsorptionsgrad auf. Der Boden ist mit einem Kunststoffbelag abgedeckt.
Als Basis für die Planung und Berechnung der akustischen Massnahmen wurde die Nachhallzeit im unbesetzten Zustand gemessen.

Das Diagramm zeigt das Tolerenzfeld (Tmax/Tmin)
für die optimale Nachhallzeit von Konzertsälen
mit einem Raumvolumen von 8'000m³ im besetzten
Zustand.
Die frequenzabhängige Nachhallzeit verläuft
im niederfrequenten Bereich entlang der unteren Toleranzgrenze
und steigt bei höheren Frequenzen (2000Hz) deutlich
über die obere Toleranzgrenze.
Die raumakustischen Massnahmen sollen
die Nachhallzeit im besetzten Zustand linearisieren
die Flatterechos zwischen parallelen Wänden
verhindern
den Schall diffus in den Zuhörerbereich
reflektieren
Echos von der Rückwand ausschliessen sowie
die gegenseitige Hörbarkeit innerhalb der
Chöre auf dem Podium unterstützen.
Die Überprüfung dieser Bedingungen
ist nur mit einem 3D-Computermodell möglich.
Die Tennishalle wurde deshalb mit der Software EASE
nachgebildet und virtuelle Messungen im Modell vorgenommen.

Mit dem Computermodell werden unzählige Schallstrahlen zwischen Sender (Sänger auf Podium) und Empfänger (Zuhörer im Saal) aufgezeichnet und für die Berechnung der akustischen Kriterien herangezogen.
Bildergalerie

Raumakustische Massnahmen: Diffuse Seitenwände und Deckenelemente; geschlossene Deckenverkleidung zur Anhebung der Nachhallzeit

Blick auf die Konzertmuschel von hinten

Feinjustierung des Chor-Schallreflektors über dem Podium (schwarze Fläche)
Hauptprobe mit Krambambuli
Flügel und musikalische Leitung: Claudio Simonet

Hauptprobe mit dem Chor viril Mustér
Auszüge aus Zeitungsberichten
(Übersetzungen: Annitta Raggenbass, Speicher)
La Quotidiana / Hans Huonder
/ 28. Mai 2003
Die Stillezone ist
in der Tennishalle eingerichtet. Diese Halle wurde mit
Einrichtungen komplettiert, die eine bessere Akustik
garantieren. Als Festsaal dient die Mehrzweckhalle.
Interview mit Martin Quinter, OK-Präsident des fiasta da cant
Die Infrastruktur, die hier zur Verfügung steht, ist einmalig in der Surselva. Um die Qualitat der Akustik zu optimieren, war es unumgänglich zustzliche Investitionen vorzunehmen.
In der Stillezone wurden zusätzliche Investitionen zu Gunsten der Akustik getätigt. War dies wirklich nötig? Bereits vor dem Jubiläum der "Ligia Grischa" wussten wir, dass die Akusik in der Halle nicht optimal ist. Von einer Tennishalle erwarten wir auch nicht solche Konditionen. Auf Grund dieser Fakten haben wir uns entschieden, diese Investitionen zu Gunsten der Tonqualität zu tätigen. Wir haben einen diplomierten Akustiker engagiert, der konkrete Verbesserungsorschläge machte. Im Prinzip ist dies ein grosser Luxus, aber wir hoffen, dass sich diese Investitionen bezahlt machen.
La Quotidiana / Augustin Beeli / 2.
Juni 2003
Die noch im letzen Jahr viel diskutierte Akustik
erwies sich als sehr gut. Schliesslich haben die Organisatoren
in den Kern dieses Festes eine Summe von Fr.20'000.--investiert.
La Quotidiana
/ Hans Huonder / 2. Juni 2003
Das Gesangsfest fand in den Lokalitäten des
Zentrums für Sport und Kultur statt.
Die Tennishalle wurde mit grossem Einsatz in einen Konzertsaal
mit einer erstklassigen Akustik umfunktioniert.
Das Expertenteam lobte die exzellente Akustik und die
grossartige Organisation.
ANR / GC
Zur Besichtigung am Freitag abend: Vor allem wollten
die Sänger wissen, ob die Installationen eine maximale
Akustik für die Presentation der Wettbewerbsbeitrage
garantierten.
Die Tennishalle im Acla da Fontauna - Zone der Stille für die Presentation der Wettbewerbsvorträge - war bekannt und gefürchtet wegen ihrer bis dahin miserablen Akustik. In Kenntnis dieser Tatsache hat der Chor Viril da Mustér (Organisator) keine Mühen und Kosten gescheut und - mit Hilfe des diplomierten Akustikers Thomas Imhof - sichtbar und erfreulich für ideale akustische Voraussetzungen gesorgt. Dass dies gelang, haben die Chöre von Disentis unter Beweis gestellt.
Interviews
Esther Hendry, Mustér: Das Problem mit der Akustik
ist längst vergessen. Das Ambiente ist sehr angenehm
und die Disziplin in der Stillezone überraschend
gut.
Pia Candrian, Sagogn: Auch gegen die Akustik in dieser Tennishalle gibt es nichts einzuwenden.
Die Südostschweiz
/ Michael Forster / 2. Juni 2003
Auch die Bemühungen für gute akustische
Bedingungen in der Vortragshalle hätten sich gelohnt.
Denn das steigende Qualitätsbewusstsein stelle
die Organisation laufend vor neue Herausforderungen.
Diese wird ein noch unbekannter Gastgeberort zum nächsten
Bezirksgesangsfest in fünf Jahren wieder annehmen
müssen. Disentis/Mustér hat heuer vorgelegt.
Dannzumal vielleicht wieder dabe sein wird der Männerchor
Hallau, bei dem die "fantastische Akustik"
mindestens dafür sorgte, dass die Nervosität
schnell verloren ging.



