Katholische Kirche St. Anton, Zürich
Altarweihe an Pfingsten 2002

| Bauherrschaft |
Römisch-katholische Kirchgemeinde St. Anton |
| Architekturbüro |
Felix Schmid Partner AG |
| Elektroplaner |
U. & B. Kalberer, Uznach |
| Installation Beschallungsanlage |
Siemton AV AG |
|
Akustik |
Imhof Akustik AG |
Auszug aus der Festschrift zur Altarweihe
Neugestaltung des Innenraums
Pius Bieri, Architekt
Karl Moser errichtete für die Pfarrei
St. Anton eines seiner eindrucksvollsten Kirchengebäude.
Diese dritte Kirche der Zürcher Diaspora ist seit
bald hundert Jahren viel benutzter Mittelpunkt der inzwischen
gleichberechtigten katholischen Quartierbevölkerung.
Heute sind die Anforderungen an einen gebrauchsfähigen
Innenraum jedoch völlig anders als vor hundert
Jahren: das 2. Vatikanische Konzil stellte unbestrittene
liturgische Forderungen, die Nutzer haben berechtigte
Ansprüche an Technik und Komfort. Auch in einer
denkmalgeschützten Kirche haben diese Belange Vorrang
vor den denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Alle Eingriffe
in das Bauwerk sind aber mit Respekt vor der originalen
Substanz und reversibel auszuführen. Das Verständnis
des Architekten für das Baudenkmal ist genauso
gefragt wie das Verständnis des Denkmalpflegers
für die Nutzung. Die Restaurierung des Innenraumes
von St. Anton zeigt sich als positives Ergebnis einer
solchen Zusammenarbeit. Der Kirchenbesucher nimmt einige
Veränderungen des Raumes wohl nicht auf den ersten
Blick wahr. Natürlich fällt ihm der neue,
ins Schiff vorgezogene Liturgiebereich auf. Liturgiezone
und Altar gestaltete der Künstler Hans Peter von
Ah. Alle Elemente sind in Carrara-Marmor ausgeführt,
nicht anbiedernd, aber doch respektvoll zurückhaltend
gegenüber dem meisterlichen Gesamtkunstwerk des
Chores. Künstler Godi Hirschi schuf die neuen Windfänge.
Die Glasätzungen der Eingänge zeigen subtile
Farbnuancen, die alten bleiverglasten Fenster waren
ihm Referenz. Weniger wahrnehmbar sind andere Eingriffe,
etwa die Reduktion der Kirchenbänke um die Hälfte:
von den ursprünglich unbequemen 1000 Sitzplätzen
verbleiben noch 364, nun bequemere Plätze im Hauptschiff.
Der Raum hat dadurch nur gewonnen. Zu den geglückten
und selbstverständlich wirkenden Eingriffen zählt
die neue Beleuchtung. Die Farbigkeit der Ausstattung
kann jetzt auch bei schlechter Witterung erlebt werden.
Noch fehlt ein wichtiges architektonisches Element:
die Orgel von 1914. Erst nach ihrer Restaurierung wird
sich der Innenraum in alter Einheitlichkeit präsentieren.
3D-Computer-Modell der Kirche St. Anton
Das 3D-Computer-Modell dient der Simulation und dem qualitativen Vergleich verschiedener Beschallungskonzepte.

Referenzblatt (pdf 204kB)


